Die Linke rätselt: Die Doppel-Wahl in Sachsen und Brandenburg war für die Linke eine „schmerzhafte Niederlage“, wie Parteichefin Katja Kipping am Montag unumwunden einräumte. Die Linke, einst stolze Quasi-Volkspartei im Osten, ist in beiden Ländern auf magere zehn Prozent abgerutscht. Jetzt steht der Kurs der Partei zur Disposition – und die Zukunft des Vorsitzenden-Duos aus Katja Kipping und Bernd Riexinger ist ungewiss. Auffällig: Die Linke verlor keineswegs nur an die AfD Wähler. „Es gab Wanderungen zu ganz unterschiedlichen Parteien“, konstatierte Riexinger. Zu schaffen macht der Linken seit Längerem auch die Dauerfehde zwischen Kipping und der scheidenden Fraktionschefin Sahra Wagenknecht. Dabei geht es vor allem um die Flüchtlingspolitik: Kipping steht hier für eine sehr liberale Linie.
Kandidatin ohne Mandat: Bei der Kür der neuen SPD-Spitze möchte Klara Geywitz an der Seite von Vizekanzler Olaf Scholz gewinnen – bei der Landtagswahl in Brandenburg erlebte sie aber einen herben Rückschlag. Im Kampf um das Direktmandat in ihrem Wahlkreis Potsdam unterlag sie mit 144 Stimmen Marie Schäffer von den Grünen. Da die SPD keine Kandidaten über die Liste ins Parlament bringt, gehört Geywitz dem Landtag künftig nicht mehr an.
Petrys Blaue abgeschlagen: Die frühere AfD-Chefin Frauke Petry hat als Direktkandidatin in Sachsen kaum Zuspruch bei den Wählern gefunden. Petry kam in ihrem Wahlkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge 3 gerade einmal auf 805 Erststimmen. Das entsprach einem Anteil von zwei Prozent. Der Wahlkreis ging an den Generalsekretär der AfD, Jan Zwerg (35 Prozent). Petry kann sich damit trösten, dass ihr persönlicher Wert immer noch besser ist als der ihrer Partei insgesamt. Die kam in Sachsen nur auf 0,4 Prozent.
AfD pocht auf Regierungsbeteiligung: Die AfD sieht nach dem Erfolg bei den Landtagswahlen ihre Position in der deutschen Parteienlandschaft gestärkt. „Wir etablieren uns damit als Volkspartei“, sagte Parteichef Jörg Meuthen am Montag. Der Ko-Vorsitzende Alexander Gauland erklärte, die AfD habe in Sachsen und Brandenburg ein Ergebnis erzielt, „das nicht zulässt, uns auf Dauer in irgendeiner Weise außen vor zu lassen“. Mittelfristig werde es Koalitionen von AfD und CDU geben.
Grüner Geburtstag: Grünen-Chef Robert Habeck ist einen Tag nach den Wahlen 50 Jahre alt geworden – und feierte seinen Geburtstag eher nüchtern mit der Wahlanalyse. Mit Blick auf Koalitionsverhandlungen in Sachsen sagte der Grünen-Vorsitzende: Die CDU werde „einige Aussagen kassieren müssen“.