Zum neuen TK-Report

Mehr Augenmaß beim Kaiserschnitt

von Redaktion

ANDREA EPPNER

Kommen Babys per Kaiserschnitt zur Welt, leiden sie später öfter an Gesundheitsproblemen als Kinder, die auf natürlichem Weg geboren wurden. Das zeigen Versichertendaten der Krankenkasse TK. Die sind zwar noch kein Beleg für einen ursächlichen Zusammenhang. Sie zeigen aber eine Tendenz, die nur einen Schluss zulässt: Kaiserschnitt nur dann, wenn es medizinisch nötig ist! Doch hält man das hierzulande so? Zweifel sind angebracht. Zwar schwankt der Anteil der Geburten per Skalpell seit rund zehn Jahren bei etwas über 30 Prozent. Nur: 1991 lag dieser Wert noch bei knapp über 15 Prozent. In den Niederlanden ist er immer noch auf ähnlichem Niveau (16 Prozent). Die hohe Kaiserschnittrate bei uns lässt sich daher wohl kaum allein durch ältere Mütter, größere Babys und mehr Fruchtbarkeitsbehandlungen erklären; letztere führen häufiger zu Mehrlingsschwangerschaften. Nicht-medizinische Faktoren spielen wohl eine ebenso wichtige Rolle: Kaiserschnitte sind besser planbar; es mangelt an Hebammen; Geburtshelfer fürchten, für Komplikationen haften zu müssen.

Werdende Eltern stecken da in der Klemme: Als medizinische Laien müssen sie sich auf den Rat von Experten verlassen. Sie sollten es ihnen nicht zu leicht machen – und nachhaken, ob ein Kaiserschnitt wirklich nötig ist.

Andrea.Eppner@ovb.net

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