SPD startet Kandidaten-Casting für die Spitze

von Redaktion

Beim Auftakt in Saarbrücken zieht sich das erste Duo zurück – Soziale Gerechtigkeit im Fokus

Saarbrücken – Zum Start der Deutschlandtour der Kandidaten für den SPD-Vorsitz hat sich das Bewerberfeld überraschend verkleinert. Das Kandidatenduo Simone Lange und Alexander Ahrens zog seine Bewerbung gestern Abend in Saarbrücken zurück. Die Flensburger Oberbürgermeisterin und der OB von Bautzen unterstützen stattdessen den Ex-Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans, der gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken antritt. Das sagte Lange bei der ersten Regionalkonferenz der Kandidaten.

Somit treten noch 15 Kandidatinnen und Kandidaten gegeneinander an. Die Suche nach einem neuen Vorsitz war nötig geworden, nachdem Andrea Nahles im Juni vom Partei- und Fraktionsvorsitz zurückgetreten war.

In Saarbrücken gingen die Anwärter dann mit Aufrufen zu mehr sozialer Gerechtigkeit und höherer Glaubwürdigkeit ins Rennen. Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz, einer der Favoriten, der gemeinsam mit der Brandenburger Politikerin Klara Geywitz antritt, sagte: „Wir Sozialdemokraten müssen darauf bestehen, dass alle gleich viel wert sind.“ Er trete für einen höheren Spitzensteuersatz und eine „ordentliche Vermögensteuer“ ein.

Auf die insgesamt 23 Regionalkonferenzen (die letzte findet am 12. Oktober in München statt) folgt eine Mitgliederbefragung online und per Brief. Erhält niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen, gibt es eine Stichabstimmung. Das Ergebnis soll von den Delegierten des SPD-Parteitags Anfang Dezember in Berlin bestätigt werden.  dpa

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