Streit in der CDU

Ertragt euch!

von Redaktion

MARCUS MÄCKLER

Die CDU behauptet gerne von sich, die letzte echte Volkspartei zu sein. Da ist schon was dran. Allerdings wackelt der Status bedenklich – die Wahl in Brandenburg, bei der die Christdemokraten bitter abschmierten, hat das erneut gezeigt. Auf der Suche nach den Gründen (und den Schuldigen) geraten Liberale und (Erz-)Konservative in der Partei immer stärker aneinander; so sehr, dass sich jetzt der Generalsekretär genötigt sah, öffentlich zur Ruhe zu mahnen. Paul Ziemiak weiß, dass Volkspartei nur sein kann, wer eine große Flügel-Spannweite hat.

Klar, für liberale CDUler (und nicht nur für sie) sind die lustvoll hingeworfenen Provokationen eines Hans-Georg Maaßen, der mit Vorliebe gegen Merkel, Medien und Migranten polemisiert, nur schwer zu ertragen. Und ja: Wer wie er die deutsche Medienlandschaft indirekt als gleichgeschaltet bezeichnet, hat den demokratischen Diskurs in diesem Punkt verlassen. Zugleich gilt aber: Maaßens so kleine wie laute erzkonservative „Werte-Union“ bindet einen Teil jener Wähler, die sonst ins radikale Lager zur AfD abwandern würden. Dass sie in der CDU besser aufgehoben sind, steht wohl außer Frage.

Natürlich müssen sich die Maaßens in der CDU zu Recht und immer wieder harte Kritik gefallen lassen. Aber die Partei wird neu lernen müssen, sich in ihrer ganzen Breite, von liberal bis erzkonservativ, zu ertragen – jedenfalls so lange das Splittergrüppchen „Werte-Union“ nicht zum Türöffner nach ganz rechtsaußen wird. Streit in der CDU hilft nur einem: der AfD.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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