Mugabe ist tot

von Redaktion

Harare – Einer der umstrittensten afrikanischen Herrscher ist tot. Robert Mugabe entwickelte sich in fast vier Jahrzehnten an der Macht in Simbabwe vom Freiheitskämpfer und Hoffnungsträger zum geächteten Despoten. Nun starb er im Alter von 95 Jahren in Singapur. Mugabe engagierte sich bereits in den 1960er-Jahren im politischen Kampf gegen das weiße Siedlerregime. Dafür musste er zehn Jahre lang ins Gefängnis. Nach seiner Entlassung ging er als Guerillaführer in den Untergrund. 1980 gewann seine Partei die ersten freien Wahlen.

Der Mann mit dem Bärtchen und den großen Brillen durchlief eine bemerkenswerte Karriere. Doch als im Nachbarland Südafrika Nelson Mandela wie ein Popstar gefeiert wurde, sank sein Stern. Mugabe klammerte sich immer skrupelloser an die Macht. „Er hatte zuletzt ein völliges Desinteresse am Wohl seiner Bevölkerung“, meint sein Biograf Christoph Marx. Mit einer Verfassungsänderung schaffte er sich 1987 ein machtvolles Präsidentenamt. Als Mugabe seine unbeliebte Frau Grace – 41 Jahre jünger als er selbst – als Nachfolgerin einsetzen wollte, formierte sich Widerstand. 2017 stellte das Militär Mugabe unter Hausarrest.

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