Frankfurt – Die Wahl eines Politikers der rechtsextremen NPD zum Ortsvorsteher im hessischen Wetteraukreis mit den Stimmen aller anderen dort vertretenen Parteien sorgt bundespolitisch für Empörung. Die Entscheidung, den NPD-Funktionär Stefan Jagsch zum Ortsvorsteher der Waldsiedlung (2600 Einwohner) zu wählen, sei „unfassbar und mit nichts zu rechtfertigen“, kritisierte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Die Wahl müsse „sofort rückgängig gemacht werden“. Jagsch war von den sieben anwesenden Vertretern von CDU, SPD und FDP einstimmig gewählt worden. Die NPD wurde vom Bundesverfassungsgericht als verfassungsfeindlich eingestuft.
Der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Tauber forderte personelle Konsequenzen. „Wem der politische und moralische Kompass fehlt und als Demokrat eine solch verantwortungslose Wahlentscheidung trifft, ist in der CDU und auf einer CDU-Wahlliste untragbar“, twitterte er. Ein örtlicher CDU-Politiker verteidigte indes seine Entscheidung. Es habe keinen anderen Kandidaten gegeben, der sich mit Computern auskenne und E-Mails schreiben könne. dpa/afp