Stadt und Land – Hand in Hand. Dies trifft auf München und das Umland wieder einmal nicht zu. Bei der Verdoppelung der München-Zulage stoßen OB Dieter Reiter und sein Stadtrat die Region gleich doppelt vor den Kopf. Sie wurde vor vollendete Tatsachen gestellt.
Die Sorge, dass sich viele Arbeitskräfte vor allem in den sozialen Berufen für München als Arbeitsort entscheiden, ist begründet. Wer ohnehin pendeln muss, wird sich eher für einen Arbeitgeber entscheiden, der 270 Euro mehr zahlt. Diese Arbeitskräfte gehen draußen etwa Kliniken und Heimen, aber auch Behörden verloren – in Zeiten eines sich zuspitzenden Fachkräftemangels.
Der Siedlungsdruck aber bleibt. Befeuert nicht zuletzt durch die Landeshauptstadt, die die Landkreise ringsum dann als Partner sieht, wenn es um den Wohnungsbau geht. Gut nachbarschaftlich ist das nicht.
Der Lohnzuschuss sei den städtischen Angestellten vergönnt. Aber mit gleichem Recht fordern ihn Arbeitnehmer im Umland. Denn in Erding, Freising oder Starnberg sind die Lebenshaltungskosten nicht minder hoch. Der Freistaat lässt die Ballungsraumzulage aber nicht in allen Gemeinden zu. Der Zuschnitt? Vielerorts willkürlich.
Wenn Verdi jetzt den Zuschlag für alle fordert, muss das für den gesamte Großraum München gelten.
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