Das Schuljahr beginnt

Dauerbaustelle im Klassenzimmer

von Redaktion

DIRK WALTER

Das Schuljahr beginnt – mit einer Hiobsbotschaft für das Kultusministerium. Wenn die Studie der nicht immer seriösen Bertelsmann Stiftung stimmt, dann droht (auch in Bayern) ein Engpass bei den Grundschullehrern. Das ist nicht überraschend, denn aus unerfindlichen Gründen ist dieser schwierige Job schlechter bezahlt als der eines Gymnasiallehrers. Gut, dass die Partei des Ministers im Wahlprogramm versprochen hatte, das zu ändern; nicht so gut, dass es bisher keine konkreten Bestrebungen gibt, das Thema anzupacken. Der Grundschullehrer hat nichts mehr gemein mit dem Kuschelpädagogen, den es vielleicht früher einmal gab. Er ist Erziehungshelfer und fallweise Reparaturbeauftragter kaputter Elternhäuser – und hat mehr Wertschätzung verdient, als ihm zukommt.

Nun ist zwar in die Schulpolitik auch wegen der Einführung des G9 etwas Ruhe eingekehrt. Das sollte aber aktuelle Herausforderungen nicht verdecken. Neben dem Lehrermangel ist eine Baustelle ganz sicher das Fach Alltagskompetenz, das im Zuge des Bienen-Volksbegehrens (leichtfertig?) versprochen wurde. Wo kommt es – und ab wann? Weiteres Thema: Die Konzeption der G9-Oberstufe ist noch nicht fertig – es ist eigentlich ein Unding, dass Eltern ihre Kinder ins G9 schicken, ohne zu wissen, was am Ende dabei rauskommt. Man sieht: Der Chefsessel im Kultusministerium ist kein Ausruh-Job.

Dirk.Walter@ovb.net

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