Der Papst und seine Kritiker

Nur nicht einschüchtern lassen

von Redaktion

CLAUDIA MÖLLERS

Franziskus ist kein Heiliger. Das sagt er selber über sich. Der Papst räumt auch freimütig ein, dass ihm Fehler unterlaufen. Er scheut auch nicht die Auseinandersetzung. Was er aber gar nicht mag, sind Intrigen und Kritik aus dem Hinterhalt. Im Flugzeug, zwischen Himmel und Erde, redet Papst Franziskus erfahrungsgemäß Klartext. Schon mehrfach hat er auf Flügen bei seinen Auslandsreisen für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt, auf dem Rückweg seiner Afrikareise, war wieder so ein Moment. Klar und deutlich nahm er sich diejenigen Kritiker zur Brust, die eine offene Auseinandersetzung verweigern und die immer wieder das Gespenst der Kirchenspaltung, des Schismas, herauskramen. „Sie lächeln dich breit an, und dann stoßen sie dir den Dolch in den Rücken“, sagte er. Und der Beobachter denkt sich: „Seht, wie sie einander lieben“ – so heißt es schon in der Apostelgeschichte.

„Ich habe keine Angst“, schreibt der Papst denen ins Gewissen, die ihre Fußangeln auslegen. Diejenigen, die den Bruch suchten, gehörten in der Kirchengeschichte zu den Verlierern. Franziskus muss als Papst die Kirche zusammenhalten – und sie gleichzeitig zukunftsfähig machen, ohne die DNA des Glaubens zu verwässern. Das alles ist schon eine gewaltige Aufgabe – die vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals noch viel schwerer zu leisten ist. Wie dramatisch diese Zeit für die Kirche ist, zeigen die deutlichen Worte des Papstes. Aber sie verbreiten auch ein wenig Hoffnung: Franziskus lässt sich nicht einschüchtern.

Claudia.Moellers@ovb.net

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