Wer raucht im Auto, wenn Kinder an Bord sind? Vermutlich niemand (mehr). Früher war man als Kind schon dankbar, wenn beim Rauchen das Fenster einen Spalt weit geöffnet wurde. Die Zeiten sind vorbei, in aller Regel siegt hier die Vernunft der Raucher. Trotzdem soll jetzt ein Gesetz auf den Weg gebracht werden, dass das Rauchen beim Fahren mit Kindern und Schwangeren verbietet. Bußgelder bis zu 3000 Euro drohen. Aber muss man etwas verbieten, was ohnehin kaum einer macht?
Ja. Es geht um das Signal. Raucher schaden nicht nur sich selbst, sondern auch den Mitmenschen. Wem das egal ist, der wird eben bestraft. Gegen diese Gesetzesinitiative wird es wohl kaum Widerstand geben. Wer sagt schon: „Mir macht das nichts aus, wenn ich meine Kinder zuqualme“?
Spannend bleibt die Frage, wie weit der Staat am Ende der Debatte in die Privatsphäre der Raucher eingreifen wird. Bis zu einem generellen Rauchverbot im Auto ist es nicht mehr weit. Auch hierfür gibt es gute Gründe: Wie das Handy lenken auch Zigaretten ab – sei es beim Anzünden oder wenn die heiße Asche auf den Beinen landet. Zudem fehlt eine Hand am Lenkrad. Es werden auch schon Stimmen laut, die ein Rauchverbot in den eigenen vier Wänden fordern. Aber nein, hier ist Schluss. Hier ist wirklich jeder für sich selber verantwortlich.
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