Trumps vierter Stratege

von Redaktion

US-Präsident beruft Robert O’Brien als Bolton-Nachfolger

Washington – Eine Woche nach dem Rauswurf des Hardliners John Bolton hat US-Präsident Donald Trump die Ernennung des Diplomaten Robert O’Brien zum neuen Nationalen Sicherheitsberater angekündigt. O’Brien sei „sehr erfolgreich“ als Sondergesandter für Geiselangelegenheiten im Außenministerium tätig gewesen, schrieb Trump auf Twitter. „Ich habe lang und hart mit Robert gearbeitet. Er wird einen super Job machen.“

Der Jurist wird der vierte Nationale Sicherheitsberater in Trumps Amtszeit. Der Nationale Sicherheitsberater spielt bei der Ausarbeitung der amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik eine wichtige Rolle. Er ist dem Präsidenten direkt unterstellt.

Er werde sich nach der Maxime „Frieden durch Stärke“ für Amerikas Sicherheit einsetzen, sagte O’Brien. Es gebe eine „Reihe Herausforderungen“, aber auch ein gutes Team, um diese zu stemmen, sagte er bei einem gemeinsamen Auftritt mit Trump in Kalifornien vor Journalisten. Der Präsident bezeichnet O’Brien als „sehr talentiert“.

O’Briens Vorgänger Bolton galt als meinungsstark und scheute auch bei öffentlichen Auftritten nicht vor klaren Ansagen zurück. O’Brien hingegen dürfte unter Trump eine weniger exponierte Rolle einnehmen.

O’Brien war im Sommer einem breiterem Publikum bekannt geworden, weil Trump ihn zur Beobachtung eines Verfahrens gegen den amerikanischen Rapper Asap Rocky nach Schweden geschickt hatte. Der Einsatz O’Briens hatte für Erstaunen gesorgt, da der Musiker wegen Körperverletzung angeklagt wurde und zeitweise inhaftiert war – sich aber keineswegs in einer Geiselsituation befand. Der Musiker wurde im August wegen Körperverletzung verurteilt. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß.

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