Trumps neuer Sicherheitsberater

Begrenzter Einfluss

von Redaktion

FRIEDEMANN DIEDERICHS

Wie „tickt“ Donald Trumps neuer Sicherheitsberater Robert O‘Brien? Welche Philosophien verfolgt er, die die US-Politik prägen könnten? Diese Fragen werden seit Mittwoch in Washington diskutiert, und die Antworten sind vor allem Spekulationen.

Der nunmehr vierte Sicherheitsberater seit dem Amtsantritt Trumps im Januar 2017 sei ebenso aggressiv wie sein geschasster Vorgänger John Bolton, der einst den Iran bombardieren wollte, heißt es in US-Medien. Aber er sei kollegialer als Bolton und wesentlich diplomatischer. Das zeige auch seine Erfahrung als Krisenmanager in Geisel-Situationen für die USA.

Doch die Kernfrage liegt auf einem ganz anderen Gebiet: Wird sich O‘ Brien überhaupt bei einem Chef Gehör verschaffen können, der keine Memoranden liest und als cholerisch wie beratungsresistent gilt? Frühere enge Mitarbeiter lassen keine Zweifel daran, dass im Weißen Hauses keine Demokratie herrscht. Der Boss hat im zweifelsfall mit seinen Thesen immer Recht. Noch preist Trump seinen neuen Einflüsterer als „fantastisch“. Doch dass der frischgebackene Sicherheitsberater tatsächlich Einfluss auf den Präsidenten nehmen kann, ist eigentlich so gut wie ausgeschlossen.

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