Rom – Im Konflikt mit dem Vatikan um Reformen in der katholischen Kirche hat der Chef der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, bei Papst Franziskus um Verständnis geworben. Es habe ein „konstruktiver Dialog“ stattgefunden, teilte Kardinal Marx mit. Dieser solle in die Beratungen der Vollversammlung der Bischofskonferenz nächste Woche einfließen.
Die deutschen Bischöfe hatten nach dem Bekanntwerden des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Kleriker im Frühjahr einen Reformprozess („Synodaler Weg“) beschlossen. Die Themen Macht in der Kirche, kirchliche Sexualmoral, Zölibat und Frauen in der Kirche sollen auf den Prüfstand. Der Papst warnte allerdings zuletzt vor Alleingängen. Auch die Beteiligung des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) stört den Vatikan.
Die Bischofskonferenz veröffentlichte am Freitag den Brief, in dem Marx und ZdK-Präsident Thomas Sternberg das Vorgehen rechtfertigen. „Wir sind zu dem Urteil gekommen, dass wir uns mit diesen Themen eingehend befassen müssen, wenn wir Lehren aus dem Missbrauch geistlicher Macht ziehen wollen“, heißt es darin.