Das Aufatmen eines Großteils der katholischen deutschen Bischöfe meinte man von Fulda aus in ganz Deutschland zu hören: Der „synodale Weg“ zu innerkirchlichen Reformen geht weiter. Zwar murren der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Fundamental-Oppositionelle Rudolf Voderholzer noch immer, aber selbst sie erklärten sich angesichts der großen Mehrheit ihrer Amtsbrüder bereit, „unter Vorbehalt“ mitzugehen.
Die deutschen Bischöfe haben klar gemacht, dass sie keinen deutschen Sonderweg ohne Rom wollen. Aber sie haben auch begriffen, dass sie sich nicht weiter „hinter Rom“ verstecken können. Warum sollen nicht neue Überlegungen zum Zölibat, zur Weihe von verheirateten Männern oder zur Diakonenweihe von Frauen als deutsches Votum, das gemeinsam von Bischöfen und Kirchenvolk getragen wird, nach Rom gesendet werden? Als Antwort der deutschen Katholiken auf die bedrohliche Glaubwürdigkeitskrise der Kirche.
Machen wir uns nichts vor: Es wird kein harmonischer Weg, den Bischöfe und Zentralkomitee der deutschen Katholiken jetzt einschlagen werden. Die Störfeuer werden nicht verstummen. Aber die große Mehrheit der Bischöfe hat ein klares Zeichen gesetzt: „Wir machen weiter“. Hoffentlich machen sie auch mit den Gläubigen etwas richtig Gutes daraus.
Claudia.Moellers@ovb.net