Whistleblower beklagt Vertuschung

von Redaktion

Trumps Telefonat sollte nicht im Wortlaut bekannt werden

Washington – Der Whistleblower in der Ukraine-Affäre hat dem Weißen Haus Versuche vorgeworfen, den Wortlaut eines Telefonats zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj geheim zu halten. Das geht aus der schriftlichen Beschwerde des anonymen Geheimdienstmitarbeiters – laut „New York Times“ arbeitet er für die CIA – hervor. Diese hatte der Geheimdienstausschuss gestern in Washington veröffentlicht.

Mehrere führende Mitarbeiter des Weißen Hauses hätten sich in den Tagen nach dem Gespräch Ende Juli bemüht, den Zugang zur Mitschrift zu sperren, hieß es darin. Dies habe den Eindruck vermittelt, dass ihnen die „Bedenklichkeit“ des Besprochenen bewusst gewesen sei.

Die Beschwerde hatte die Affäre um ein Telefonat zwischen Trump und Selenskyj, das kurz nach dessen Wahl zum ukrainischen Präsidenten stattfand, ins Rollen gebracht. Am Mittwoch war bereits ein Gesprächsprotokoll veröffentlicht worden. Trump versuchte gestern, die Vorwürfe gegen ihn herunterzuspielen. „Ein Whistleblower mit Informationen aus zweiter Hand?“, twitterte er. Es sei „eine Hexenjagd“, beklagte er und beteuerte, sein Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Ende Juli sei „sehr nett“ gewesen, und er habe keinen Druck ausgeübt.

Aus Sicht vieler Demokraten zeigt das Gesprächsprotokoll, dass Trump mit Hilfe einer ausländischen Regierung dem demokratischen Präsidentschaftsanwärter Joe Biden schaden wollte. Die Demokraten hatten am Dienstag Vorbereitungen für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet. Sie werfen ihm Verfassungsbruch vor.

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