Lima – Im erbitterten Machtkampf zwischen Regierung und Opposition hat Perus Präsident Martín Vizcarra das Parlament aufgelöst und Neuwahlen anberaumt. „Die Zukunft des Landes soll an den Wahlurnen entschieden werden“, sagte der Staatschef in einer Rede an die Nation. Die Neuwahlen sollen am 26. Januar stattfinden.
Vizcarra hatte dem von der Opposition kontrollierten Parlament die Vertrauensfrage gestellt. Als die Abgeordneten daraufhin gegen seinen Willen über neue Verfassungsrichter abstimmten, wertete Vizcarra die Vertrauensfrage als gescheitert. Er löste dann das Parlament auf.
Eine Mehrheit der Abgeordneten wies die Auflösung zurück und suspendierte im Gegenzug Vizcarra für ein Jahr. Die Vizepräsidentin Mercedes Aráoz wurde im Kongress als zwischenzeitliche Staatschefin vereidigt.
Vizcarra und Aráoz waren beide als Vizepräsidenten des 2018 zurückgetretenen Staatschefs Pedro Pablo Kuczynski gewählt worden. Sie haben sich nach der Amtsübernahme Vizcarras distanziert.
Die peruanischen Streitkräfte bekräftigten, dass sie weiter Vizcarra als Staatsoberhaupt anerkennen. Die Gouverneure unterstützten die Auflösung des Parlaments. Vor dem Kongressgebäude versammelten sich Demonstranten, die sich ebenfalls für die Regierungsmaßnahme aussprachen.
Der parteilose Vizcarra hatte dem Kongress zuletzt vorgeworfen, seine Bemühungen im Kampf gegen die Korruption auszubremsen, um eigene Pfründe zu schützen.