SPD-Regionalkonferenz in München

Wenig Lust auf Olaf Scholz

von Redaktion

KLAUS RIMPEL

Es sieht nicht gut aus für den Bundesfinanzminister. Bei der letzten der 23 Regionalkonferenzen in München wurde überdeutlich, dass zumindest die bayerischen Genossen keine Lust auf einen SPD-Vorsitzenden Olaf Scholz verspüren. Der spröde Hamburger konnte am wenigsten mitreißen – und auch seine Mit-Bewerberin Klara Geywitz war mehr mit Verteidigung beschäftigt als damit, eine Zukunfts-Vision für die gebeutelte Sozialdemokratie zu entwickeln. Dass es diese rote Zukunft durchaus geben könnte, das machten die Regionalkonferenzen auch deutlich: Bundesweit bislang wenig bekannte SPD-Politiker wie die NRW-Landtagsabgeordnete Christina Kampmann und Außenstaatsminister Michael Roth mauserten sich bei diesen SPD-Casting-Shows zu echten Publikums-Lieblingen, die auch Wähler-Lieblinge werden könnten. Das Duo präsentiert sich jung, dynamisch, anders – und verspricht, die Verkrustungen in der Partei aufzubrechen und die zerstrittenen Flügel zu einen.

Doch wie schwer gerade das wird, zeigte sich in München auch: Der taktische Rückzug des Duos Hilde Mattheis/Dierk Hirschel hat das Ziel, einem linken Kandidatenpaar zum Sieg zu verhelfen. Wenn dieser Schachzug Erfolg haben sollte, wären die konservativeren Genossen die Geprellten – und die SPD hätte zwar eine neue Führung, aber auch einen neuen Richtungsstreit. Die Hoffnung der Basis, dass diese Urwahl endlich Ruhe in die Partei bringen wird, wird sich wohl nicht erfüllen.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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