Marshallplan für die Bahn

Baut die BOB endlich aus!

von Redaktion

DIRK WALTER

Achtung, hier schreibt ein unverbesserlicher Optimist, der glaubt, dass überfüllte Züge wie am vergangenen Wochenende nicht in Demut hingenommen werden müssen. Sondern dass sich etwas ändern muss – und kann. Ja, man darf sogar das große Wort eines Marshallplans für die Bahn in Bayern in den Mund nehmen. Das bedeutet erstens Streckenausbau. Das zu eng dimensionierte BOB-Netz ist nur ein Beispiel unter vielen. Solange ein Münchner mit dem Auto schneller in Garmisch-Partenkirchen oder Füssen ist als mit der Bahn, solange ist eine Zugfahrt unattraktiv. Zweitens müssen quer durch Bayern stillgelegte Strecken reaktiviert werden – etwa die Fuchstalbahn Landsberg–Schongau oder die Steigerwaldbahn Kitzingen–Schweinfurt. Für die Reaktivierung gelten leider (noch) antiquierte Maßstäbe, werden utopische Fahrgastzahlen verlangt – das muss sich ändern.

Doch man darf nicht alles schlechtreden. Nach jahrelangem Druck aus dem Oberland wurde im Sommer immerhin konkret mit der Planung der Elektrifizierung begonnen. Das aber – man glaubt es kaum – soll zehn Jahre dauern. Mindestens. Geht das nicht schneller? Gar nicht auf der Rechnung haben Bahn und Ministerium bisher den Bau von Ausweichgleisen und neuen Stellwerken auf der BOB-Strecke. Warum nicht? Wenn man bedenkt, mit welchem Milliardenaufwand der Bau neuer Straßen (A 94!) vorangetrieben wird und wie viel Geld für deren Sanierung verwendet wird – dann sieht man, was machbar ist. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Dirk.Walter@ovb.net

Artikel 1 von 11