Shell-Jugendstudie

Das Ende der Romantik

von Redaktion

MARC BEYER

Der Sammelbegriff „Die jungen Leute“ existiert schon seit Generationen, hat aber auch im Laufe der Jahrzehnte nicht an Sinn gewonnen. Es gibt nicht den einen gemeinsamen Nenner, auf den man eine Altersgruppe bringen kann. Nicht mal heute, wo eine 16-Jährige eine weltweite Bewegung in Gang gesetzt hat.

Die Idee einer „Generation Greta“, die sich einbringt und Veränderungen zum Guten anstößt, ist eine romantische, aber klischeehafte Vorstellung. Die Wirklichkeit bildet sie nur sehr unvollständig ab, wie die jüngste Shell-Jugendstudie zeigt. Die Engagierten mögen sich besser Gehör verschaffen, doch sie repräsentieren bloß einen Teil ihrer Gesellschaft. 41 Prozent der Befragten sind politisch interessiert. Das ist verglichen mit früheren Studien ein hoher Wert, bedeutet andererseits aber auch: 59 Prozent ist Politik nicht so wichtig.

Letztlich ist es mit Teens und Twens nicht anders als mit gehobenen Jahrgängen. Es gibt Idealisten und Macher, aber auch Mitläufer und Ignoranten. Die Spaltung der Gesellschaft ist ein Problem, das nicht vom Alter abhängt, sondern von sozialer Herkunft oder Bildungsgrad. So löblich jedes Engagement deshalb ist: Man muss es sich auch leisten können.

Marc.Beyer@ovb.net

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