Wer fordert Donald Trump heraus? Die vierte Debatte der Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten hat dazu etwas mehr Klarheit gebracht. Das parteiinterne Rennen werden wohl Ex-Vizepräsident Joe Biden und die Senatorin Elizabeth Warren unter sich ausmachen. Der Sozialist Bernie Sanders, einst zu den Favoriten zählend, dürfte nach seiner Herzattacke nur die Zahl seiner Zweifler erhöht haben, obwohl er auf der Bühne gut erholt wirkte. Die Umfragen deuten derzeit nicht darauf hin, dass es einem Außenseiter noch gelingen könnte, den Zweikampf Biden-Warren zu verhindern.
Die Diskussion hat aber auch deutlich gemacht, dass die Demokraten kritische Themen vermeiden, um Trump keine Steilvorlagen zu geben. Auch die Moderatoren zeigten sich gefällig – und ließen eine der wichtigsten Fragen aus: Wie hat der fachlich unqualifizierte Biden-Sohn Hunter einen mit 50 000 Dollar pro Monat bezahlten Job bei einer ukrainischen Gasfirma bekommen, während der Vater für Barack Obama wichtigster Verbindungsmann in Sachen Ukraine war? Das ist Bidens Schwäche, der Parteibasis ist durchaus zuzutrauen, dass sie das spürt – und auf die persönlich „saubere“ Warren setzt, um Trump eine zweite Amtszeit zu verwehren.
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