Berlin/Athen – Die Bundesregierung will nicht mit Griechenland über Reparationen für die von Deutschland in den beiden Weltkriegen verursachten Schäden verhandeln. Das Auswärtige Amt überreichte dem griechischen Botschafter Theodoros Daskarolis am Freitag eine diplomatische Note, mit der eine entsprechende Aufforderung der griechischen Regierung formell zurückgewiesen wird. „Die Rechtsauffassung der Bundesregierung in dieser Frage ist unverändert: Die Reparationsfrage ist abschließend geregelt. Daran hat sich nichts geändert“, sagte ein Ministeriumssprecher.
Griechenland hatte Deutschland Anfang Juni in einer sogenannten Verbalnote offiziell zu Verhandlungen über Reparationen aufgefordert. Die Regierung in Athen – damals noch unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras – war dazu vom Parlament aufgefordert worden. Eine griechische Parlamentskommission schätzte die Summe für die von Deutschland verursachten Kriegsschäden im Land auf 289 Milliarden Euro.
Der neue konservative griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte sich die Forderung seines Vorgängers nach Verhandlungen zuletzt zu eigen gemacht. „Wir hoffen, dass es da eine positive Reaktion geben wird“, hatte er im August gesagt. Jetzt hat er eine Abfuhr bekommen.