„Wir spucken uns nicht in die Suppe“

von Redaktion

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Auch die Freien Wähler in Bayern stehen vor einem Parteitag. Am Samstag will die Partei von Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger in Veitshöchheim ihren Kurs für die Kommunalwahl abstecken. Heißt das auch: Wahlkampf gegen die CSU? Wir haben mit Aiwanger (48) vor der Delegiertenversammlung gesprochen.

Herr Aiwanger, Sie standen wegen Ihrer Aussage zur Bewaffnung braver Bürger unter Beschuss. Wie gehen Sie damit um?

Das war kein Aufruf zur Selbstbewaffnung. Die normalen Bürger, die ein Messer in der Tasche haben wollen, sollte man in Ruhe lassen, und auf der anderen Seite die wirklich Kriminellen besser in den Griff bekommen – so war das gemeint. Jetzt sieht man aber, wie in Deutschland mittlerweile Debatten geführt werden und Stimmung gemacht wird. Immer mehr Spaltung in Links und Rechts, die vernünftige Mitte wird angegriffen. In meiner Partei wurde ich hingegen richtig verstanden.

Ihr Fokus liegt jetzt auf den Kommunalwahlen. Wie bereiten Sie sich vor?

Wir Freien Wähler sind die Interessenvertretung der Bürger, wir brauchen keine neuen Themen erfinden. Wir sind viel unterwegs, sprechen mit den Ortsverbänden und arbeiten genauso fleißig weiter wie bisher. Wir machen keine leeren Versprechungen. Wir sagen den Wählern lieber: Schaut, was wir schon getan haben und wählt uns wegen unserer Leistungen.

Wie viele Landräte wollen Sie künftig stellen?

Natürlich wollen wir neue dazugewinnen, aber oberstes Ziel ist, die bisherigen im Amt zu bestätigen. Wir haben gute Kandidaten, die Chancen hängen aber auch von den Gegenkandidaten ab. Gerade gegenüber der CSU ist es für uns schwer, weil die gut dreimal so viele Wähler als Ausgangsbasis hat. Da müssen unsere Kandidaten überdurchschnittlich gut sein.

Stimmt, schon bald werden die Freien Wähler mit ihrem Koalitionspartner in Konkurrenz treten. Knirscht es da auch mal ab und zu?

Nein. Da sind beide Seiten – sowohl Ministerpräsident Söder und ich als auch CSU und Freie Wähler – professionell genug, um Landespolitik und kommunale Ebene voneinander zu trennen und uns nicht gegenseitig in die Suppe zu spucken.

Jägerpräsident Vocke zieht sich jetzt zurück – haben Sie Interesse an dem Posten?

(lacht) Ich liebe das Jagen, aber das wäre zu viel des Guten. Ich würde aber unseren Staatssekretär Roland Weigert dabei unterstützen.

Interview: Kathrin Braun

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