Washington – Eigentlich hatte Donald Trump, glaubt man einer Twitter-Nachricht, nur die Bürger seines Landes im Sinn gehabt. „Ich dachte, ich würde unserem Land etwas sehr Gutes durch die Nutzung des Trump National Doral in Miami für die G7-Teilnehmer tun“, schrieb der US-Präsident in seiner Botschaft, die sich zunächst wie ein Werbeprospekt für seine Resort-Anlage las: „Es ist groß, weitläufig, neben dem Miami International Airport, hat hervorragende Ballsäle und Konferenzräume, und jede Delegation hätte ihre eigenen Gebäude mit 50 bis 70 Einheiten gehabt.“
Er habe keinen Profit durch die Nutzung gemacht, erklärte Trump – bevor er dann nach nur 48 Stunden heftiger Kritik den Rückzieher verkündete. Aufgrund der „verrückten Feindseligkeit“ von Medien und Demokraten werde man nicht mehr länger das Trump National Doral für den G7-Gipfel 2020 in Erwägung ziehen. Als Ersatz ist nun auch der Präsidenten-Wochenendsitz Camp David im Bundesstaat Maryland im Gespräch.
Die US-Demokraten, ein Teil der Republikaner und Ethik-Experten hatten den Plan Trumps schnell als grobe Verletzung von Gesetzen bezeichnet, die es gewählten Staatsbediensteten verbieten, sich finanzielle Vorteile von ausländischen Regierungen zu sichern. Die Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren nannte die Absichten des Präsidenten „schlicht und einfach Korruption“, und Parlamentssprecherin Nancy Pelosi sprach davon, niemand dürfe „über dem Gesetz stehen“.
Unterdessen bestimmte Trump nach dem angekündigten Rückzug seines Energieministers einen Nachfolger. Auf den in die Ukraine-Affäre verwickelten Rick Perry werde dessen bisheriger Vize Dan Brouillette folgen, sagte Trump. Brouillette verfüge über „einmalige“ Kenntnisse im Energiebereich und werde „großartige Arbeit“ machen. Brouillette ist seit Mitte 2017 Vize-Energieminister. Zuvor war er in der Leitung des US-Autobauers Ford tätig. fd/dpa