Erhard Eppler

von Redaktion

München – Er setzte Maßstäbe in der Entwicklungspolitik, engagierte sich für Frieden und Umwelt. Als wertebewusster Analytiker hatte er auch großen Einfluss auf des Programm seiner Partei. Im Alter von 92 Jahren ist SPD-Politiker Erhard Eppler nun gestorben. Eppler trat 1956 in die SPD ein. Er arbeitete als Gymnasiallehrer, bevor er 1961 in den Bundestag einzog. 1968 berief ihn Kanzler Willy Brandt zum Entwicklungsminister – ein Feld, in dem Eppler rasch Maßstäbe setzte. Schon damals warnte er, dass Europa in wenigen Jahrzehnten einem hohen Einwanderungsdruck ausgesetzt sein würde, wenn nicht mehr für die Entwicklung Afrikas getan werde. Mit Bundeskanzler Helmut Schmidt fand Eppler keine Linie. Er gab sein Amt ab, engagierte sich in der Friedensbewegung und auch weiter in der SPD. Von 1973 bis 1992 leitete er deren Grundwertekommission, bis 1991 war er im Bundesvorstand. Eppler war maßgeblich daran beteiligt, dass die SPD 1986 den Atomausstieg beschloss. Als überzeugter Christ gehörte er von 1968 bis 1984 der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland an und war mehrere Jahre Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

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