Ottawa – Bei der Parlamentswahl in Kanada steht heute ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Premierminister Justin Trudeau und seinem konservativen Herausforderer Andrew Scheer bevor. Eine Mehrheit der 338 Sitze im Parlament in Ottawa können weder Liberale noch Konservative erwarten. Umfragen zufolge kommen Trudeau und Scheer auf je 31 bis 32 Prozent. Der Wahlsieger bräuchte dann Unterstützer für eine Minderheitsregierung.
Trudeau warnte seine Anhänger vor einem Stimmensplitting. Es sei möglich, dass die Kanadier am Dienstag mit einer konservativen Regierung aufwachten, welche „die Beseitigung des einzigen echten Plans zur Bekämpfung des Klimawandels, den Kanada je hatte, zu ihrer Priorität macht“ sagte er. Die Wähler sollten sich für eine progressive Regierung, nicht für „eine progressive Opposition“ entscheiden, forderte Trudeau.
Der konservative Scheer, warnte vor einer möglichen Koalition aus Trudeaus Liberaler Partei und der noch jungen New Democratic Party (NDP). Die beiden Parteien würden „gemeinsam die CO2-Steuer erhöhen und Ihre Rechnungen um tausende von Dollar ansteigen lassen“, sagte der Gegner der CO2-Steuer.
Trudeau bezeichnete den Wahlkampf als „einen der schmutzigsten, auf Desinformation basierenden“ in der Geschichte des Landes. Trudeau ist unter anderem wegen der Entlassung der ersten indigenen Justizministerin des Landes politisch angeschlagen. Während er bei der Regierungsbildung aber auf die Unterstützung der NDP hoffen kann, dürfte Scheer nur schwer Verbündete finden. Ex-US-Präsident Barack Obama unterstützte via Twitter Trudeau. Wegen des Klimawandels brauche die Welt „seine progressive Führung“.