Kein Schutz mehr für die einst mit Washington verbündeten Kurden in Syrien – aber dafür für die Ölfelder. Sogar Panzer will US-Präsident Donald Trump offenbar zu diesem Zweck nach Ostsyrien in Marsch setzen. Die Botschaft, die Trump aussendet, könnte verheerender nicht sein: Er stell Material über die Menschenleben jener, die einst die Drecksarbeit für die USA im Kampf gegen den IS geleistet haben. Wir hatten alle wohl für einen Moment vergessen, dass der US-Präsident eigentlich kein Politiker, sondern von seiner Karriere her ein Geschäftsmann ist, der Berichten zufolge etliche Partner über den Tisch gezogen und vor Gericht gezwungen hat.
Den Kurden hat Trump nun in unvergleichlicher Perfidie nahegelegt, sich auf den Weg in den ölreichen Osten Syriens zu machen. Dort könnten sie dann, darf man vermuten, erneut für Washington in die Schlacht ziehen – gegen den IS, den Iran und vielleicht auch die Russen. Dass die Erlöse der Ölverkäufe ihnen am Ende zugute kommen würden, steht dabei noch nicht fest. Denn Trump behält sich, das hat er klargemacht, eine Entscheidung über die Verwendung der Gelder vor, obwohl er nicht der rechtmäßige Besitzer ist. Ist dies abwägende vorausschauende Sicherheitspolitik? Nein. Es ist gefährliches unethisches Agieren nach Trumps Chaos-Prinzip.
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