„Viri probati“ künftig Priester?

von Redaktion

Abschluss der Amazonas-Synode: Mehr Anerkennung für Frauen

Rom – Die Bischofssynode zur Lage der katholischen Kirche im Amazonas-Gebiet wird am heutigen Samstag zum Abschluss der dreiwöchigen Versammlung im Vatikan einen Katalog mit Forderungen verabschieden. Mit Spannung wird erwartet, ob sich dabei Mehrheiten für die Einführung sogenannter viri probati („bewährte Männer“) finden. Die Weihe verheirateter Familienväter zu Priestern gilt als eine mögliche Antwort auf den Priestermangel in der Region, vor allem in abgelegenen Gemeinden, in die Geistliche nur sporadisch für Messen kommen.

Bei den Synodenberatungen ging es nach Angaben von Teilnehmern auch um die Anerkennung der Rolle von Frauen in der Kirche. Bis zu achtzig Prozent der Gemeinden im Amazonas-Gebiet werden von Frauen geleitet. Ob diese mit der Einführung von Diakoninnenweihen oder einer anderen Form von Kirchenamt mehr Kompetenzen erhalten, wurde bei der Synode kontrovers diskutiert. Dabei wurde die Forderung nach der Weihe von Frauen zu Priestern geäußert.

Bei der dreiwöchigen Bischofssynode unter dem Leitwort „Amazonien – Neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ ging es vorrangig um Umweltschutz, die Situation der Indigenen und den Priestermangel. Bischofssynoden im Vatikan haben rein beratenden Charakter. Auf der Grundlage des Abschlussdokuments wird der Papst ein nachsynodales Schreiben verfassen, in das er nach eigenem Ermessen Anregungen der Versammlung aufnehmen kann.

Zu den als Zuhörern eingeladenen Teilnehmern der Synode gehörten auch 17 Vertreter der Ureinwohner. Aus Deutschland nahmen neben dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die in Peru lebende Theologin Birgit Weile sowie die Hauptgeschäftsführer der Hilfswerke Adveniat und Misereor, Michael Heinz und Pirmin Spiegel, teil.

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