Ein 70-Jähriger ist in Berlin antisemitisch beleidigt und verletzt worden. Er ging im Bezirk Pankow spazieren, als ihn ein Unbekannter beschimpfte, wie die Polizei gestern mitteilte. Als der Mann sich verbal gegen die Beleidigungen wehrte, schlug der Unbekannte auf ihn ein und verletzte ihn am Kopf und am Kinn. Beim Versuch, sich gegen die Schläge zu wehren, verlor der 70-Jährige das Gleichgewicht und stürzte. Eine Passantin veranlasste den Angreifer zur Flucht. Der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen.
Rot-Rot-Grün will drei Tage nach der Landtagswahl in Thüringen ausloten, wie es für das Dreierbündnis weitergeht. Die Gespräche seien heute in Erfurt vorgesehen, sagte die Landesvorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow. Die Linke habe als stärkste Partei den Auftrag von den Wählern, eine stabile Regierung zu bilden, und deshalb zu dem Gespräch eingeladen. Man wolle weiter zusammenarbeiten. Die Regierung hat bei der Wahl ihre Mehrheit verloren und ist auf Unterstützung von CDU oder FDP angewiesen. Diskutiert wird unter anderem das Modell einer Minderheitsregierung.
In der Ostukraine haben die Konfliktparteien im Luhansker Gebiet mit einem weiteren Truppenabzug begonnen. Sowohl die Armee als auch die prorussischen Separatisten schossen gestern bei dem Ort Solote an der Frontlinie weiße und grüne Signalraketen als Startschuss ab, wie die ukrainische Armee und die Separatisten bestätigten. Damit erklärten sie sich bereit, ihre Truppen mit Gerät etwa einen Kilometer von der Frontlinie zurückzuziehen. Den Vorgang, der als „Entflechtung“ bezeichnet wird, überwachen Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit.
US-Soldaten haben nach Angaben von Präsident Donald Trump auch die „Nummer eins“ für die Nachfolge von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi getötet. In einer Twitter-Botschaft erklärte der US-Präsident, dieser hätte „höchstwahrscheinlich“ nach dem Tod Bagdadis die Führung des IS übernommen. „Jetzt ist auch er tot“, erklärte Trump, ohne die Identität des Mannes zu nennen. Trump hatte am Sonntag bekannt gegeben, dass Bagdadi bei einem US-Militäreinsatz im Nordwesten Syriens getötet wurde.