PRESSESTIMMEN
„Man muss erst einmal tief durchatmen: Die Deutsche Bahn will die Gehälter einiger Vorstandsmitglieder von 400 000 auf 585 000 Euro im Jahr anheben. Von einem Aufschlag um mehr als 30 Prozent können normale Angestellte nur träumen. Sehr durchsichtig erscheint die Begründung, die Einstiegsgehälter für Bahnvorstände seien vergleichsweise niedrig. Mit diesem Argument haben einst Bankmanager im unseligen Zusammenspiel mit willfährigen Aufsichtsräten ihre Bezüge in die Höhe getrieben. Scheuer hat vollkommen Recht, dass eine gewaltige Gehaltserhöhung zum jetzigen Zeitpunkt das völlig falsche Signal wäre. Nur darf es nicht bei Worten bleiben. Das Prinzip muss lauten: erst Leistung, dann Belohnung. “
„Den Revolutionen folgen immer die Enttäuschungen. 1989 macht da keine Ausnahme. Aber noch besorgniserregender ist die Krise des Vertrauens in die Demokratie, die sogar Deutschland ansteckt. (…) Was infrage gestellt wird, sind nicht nur die antidemokratischen Anwandlungen von Viktor Orban in Ungarn oder die oligarchische Plutokratie in Rumänien und Bulgarien: Es ist das System, das sie toleriert. Was nützt also die Demokratie? Dies ist ein Alarmsignal.“