Tel Aviv/Gaza – Israel hat einen Militärchef der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad bei einem nächtlichen Luftangriff gezielt getötet. Militante Palästinenser reagierten auf den Tod von Baha Abu Al Ata und dessen Ehefrau am Dienstag mit massiven Raketenangriffen auf israelische Gebiete. Auch in Tel Aviv heulten mehrfach die Sirenen, Explosionen waren zu hören. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums wurden mehr als 190 Raketen abgefeuert. Dutzende davon seien vom Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden. Bei weiteren gezielten Luftangriffen im nördlichen Gazastreifen wurden nach Armeeangaben fünf Dschihad-Mitglieder getötet, die Raketen auf Israel abfeuern wollten.
Der Dschihad nannte den tödlichen Angriff auf seinen Militärchef eine „Kriegserklärung“ Israels, es seien „alle roten Linien überschritten“ worden. Nach syrischen Angaben wurden bei einem weiteren Angriff der israelischen Luftwaffe auf einen anderen Dschihad-Führer in Damaskus zwei Menschen getötet.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu beschrieb Abu Al Ata als „den zentralen Verantwortlichen für Terrorattacken aus dem Gazastreifen“. Der Militärchef stehe hinter hunderten Angriffen und sei dabei gewesen, neue Attacken zu planen. „Er war eine tickende Bombe.“