Trump unter Druck

von Redaktion

Zeugenaussagen belasten Präsidenten – Empfang für Erdogan

Washington – Zum Auftakt der live übertragenen Anhörungen in der Ukraine-Affäre hat ein hochrangiger US-Diplomat Präsident Donald Trump schwer belastet. Vor dem Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses versicherte der Geschäftsträger der US-Botschaft in Kiew unter Eid, ihm sei gesagt worden, Trump seien vor allem Ermittlungen in Kiew gegen dessen innenpolitischen Rivalen Joe Biden wichtig. Die Demokraten betonten, sie wollten eine zügige und sachliche Untersuchung für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump, dem Amtsmissbrauch vorgeworfen wird.

Bei den öffentlichen Anhörungen soll in den kommenden Wochen geklärt werden, ob Trump eine geplante Militärhilfe für die Ukraine zurückhielt und als Druckmittel einsetzte, um juristische Schritte in Kiew gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Biden und dessen Sohn Hunter zu erzwingen.

Taylor äußerte sich am Mittwoch als erster in einer Reihe von Zeugen bei den nun öffentlichen Anhörungen, die alle live übertragen werden. Er warf Trumps persönlichem Anwalt Rudy Giuliani vor, er habe einen „irregulären“ diplomatischen Kanal nach Kiew gelegt, der die offiziellen Beziehungen der US-Regierung mit der Ukraine untergraben habe. Über dessen Nebenkanal nach Kiew sei der Stopp der bereits zugesagten US-Militärhilfe für die Ukraine betrieben worden, sagte Taylor.

Trump betonte derweil, die Zeugenaussagen nicht mitzuverfolgen. Er empfing am Mittwochabend den türkischen Staatspräsidenten Erdogan im Weißen Haus. „Der Präsident und ich sind sehr gute Freunde“, sagte Trump. Auch die in Nordsyrien vereinbarte Waffenruhe halte „sehr gut“. Bei ihrem Treffen im Oval Office sagte der US-Präsident, er verstehe die Sorgen der türkischen Regierung mit Blick auf Nordsyrien. Er danke Erdogan für dessen Engagement. Die Türkei habe auch zahlreiche IS-Kämpfer in der Region festgenommen und bewache diese.  afp/dpa

Artikel 4 von 11