WIE ICH ES SEHE

Mein Leben mit Zeitungen

von Redaktion

Unsere mittelständischen Unternehmen prägen die deutsche Wirtschaft mehr als die börsennotierten Großkonzerne das tun. Eigentlich erstaunlich, dass es dazu kaum Firmenbiografien und Bekenntnisse aus der Werkstatt ihrer Unternehmer gibt. Ich habe mich aber jetzt getraut, meinen Werdegang und meine ganz persönlichen Erlebnisse aus 50 Jahren als Unternehmer aufzuschreiben. Das Buch, in dem ich kein Blatt vor den Mund genommen habe, ist im Buchhandel, über den Verlag wie durch das Internet zu beziehen.

Im Mittelpunkt stehen dabei Lokalzeitungen. Deren überaus lebendige Geschichte reicht bis weit in das 19. Jahrhundert zurück mit alten traditionsreichen Verlegerfamilien. In meinen Anfangsjahren als Verleger habe ich aber insbesondere auch die von den Alliierten nach 1945 eingesetzten sogenannten Lizenzverleger sehr nahe kennenlernen dürfen. Das waren Persönlichkeiten, die während der Hitlerzeit in der inneren oder sogar äußeren Immigration gelebt hatten. Sie und der von ihnen ins Werk gesetzte Aufbau unserer modernen Presse spielen in meinem Büchlein fast die wichtigste Rolle.

Das größte Anliegen meiner Erinnerungen aber ist es, junge Menschen, die unternehmerisch tätig sein wollen, auf ihrem Weg zu ermuntern. Ich wäre glücklich, wenn auch nur ein einziger junger Unternehmer durch die Darstellung meiner unternehmerischen Handlungsmuster motiviert wird, ebenfalls seine Kräfte einzusetzen.

Viele Firmenbiografien leiden darunter, dass die Entwicklung des Unternehmens als mehr oder weniger „reibungslos“ dargestellt wird. Der Gründer hatte eine „Königsidee“ und dann kam alles andere sozusagen von selber. Wer in meinen Erinnerungen liest, wird schnell feststellen, dass es in Wahrheit keineswegs so ist. Der Erfolg eines Unternehmens ist niemals vorgezeichnet. Viele Risiken und Krisen sind zu bestehen. Mit großer Nachhaltigkeit und Ausdauer müssen immer wieder neue Wege gefunden werden, um zum Ziel zu gelangen. Dabei hängen Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens von den Menschen ab, die darin arbeiten. Der Unternehmer hat vorrangig die Aufgabe, alles im Fluss zu halten, um das Unternehmen auf künftige Herausforderungen vorzubereiten.

Unsere Tageszeitungen haben in 50 Jahren gewaltige technische Veränderungen erlebt. Vom traditionellen Bleisatz bis zum voll digital gesteuerten Verlag war es ein weiter, oft auch schmerzlicher Weg. Heute stellt der Wandel von den klassischen Massenmedien zu den sozialen Netzwerken die gesamte Medienwelt vor extreme Herausforderungen. Auch davon ist in diesem Buch die Rede.

Freuen Sie sich auf eine lebendige Mischung von Mediengeschichte, Unterhaltung und unternehmerischen Grundsätzen. Wer das Buch liest als Mensch der Wirtschaft, wird bekennen müssen, eine größere innere Freiheit und Ermutigung durch die Lektüre gewonnen zu haben.

Die Hauptaufgabe der Presse besteht darin, einen offenen Meinungsaustausch über verschiedene Standpunkte zu ermöglichen und zu befördern. Den nach 1945 neu entstandenen deutschen Tageszeitungen ist das in hohem Maße gelungen. Die freie Meinungsäußerung wird auch in Zukunft ihr Kern-element bleiben. Auch das spiegelt sich in dem Buch „Mein Leben mit Zeitungen“.

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VON DIRK IPPEN

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