Attraktive Sozialleistungen

von Redaktion

Eine Studie belegt: Geld vom Staat zieht Migranten an

München – Die Anziehungskraft von Sozialleistungen auf Migranten ist in der Zuwanderungsdebatte oft thematisiert worden. An Stammtischen war der Zusammenhang unstrittig, in der Forschung hingegen lautete der Tenor, dass Geld vom Staat nur einer von vielen Gründen sei, sich für ein bestimmtes Land als Ziel zu entscheiden. Die Untersuchung einer Gruppe um den Princeton-Ökonomen Henrik Kleven kommt nun nach Angaben der „FAZ“ zu einem überraschend eindeutigen Ergebnis.

Die Wissenschaftler befassten sich mit der Entwicklung der Zuwanderung in Dänemark. Deutschlands nördlicher Nachbar war für sie aus zwei Gründen besonders geeignet: Zum einen ist der Sozialstaat selbst nach den hohen skandinavischen Maßstäben sehr stark. Zum anderen gab es mehrere markante Veränderungen in der Sozialpolitik, an denen sich der Einfluss auf die Migration ablesen lässt.

2002 kürzte die neu gewählte Mitte-Rechts-Regierung Sozialleistungen für Nicht-EU-Ausländer um bis zu 50 Prozent. Als sie nach zehn Jahren abgelöst wurde, wurden die Kürzungen zurückgenommen. 2015 schließlich, im Anschluss an einen weiteren Regierungswechsel, ließ das Mitte-Rechts-Bündnis die alte Politik wieder aufleben. Zudem wies es mit einer Zeitungskampagne im Libanon auf die Einschnitte hin.

Der Einfluss auf die jeweiligen Flüchtlingsbewegungen war enorm. Die Kürzungen 2002 führten zu einem spürbaren Rückgang der Einwanderung von außerhalb der EU, der Politikwechsel 2012 zu einem fast ebenso hohen Wiederanstieg. Eine 2018 veröffentlichte Studie des Münchner Ifo-Instituts, aus der die Zeitung zitiert, kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass das Kürzen von Sozialleistungen in Dänemark sowie die Verschärfung einer Regel zur Familienzusammenführung viele Personen zum Umzug bewog. Zahlreiche Dänen mit Migrationshintergrund seien daraufhin nach Schweden ausgewandert. Dort sind die Regeln weniger streng. mb

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