Berlin – Parteiaustritte, unliebsame Kandidaten, eine neue Spendenaffäre. Der AfD steht bei ihrem Parteitag, der am heutigen Samstag in Braunschweig beginnt, einiger Ärger ins Haus.
Vor allem ein „Spiegel“-Bericht über nicht ordnungsgemäß deklarierte und wohl unzulässige Spenden dürfte zum Thema werden. Das Magazin bezieht sich auf interne Buchhaltungsunterlagen, die belegten, dass die AfD in den Jahren 2013 und 2014 mehrfach gegen das Parteiengesetz verstoßen habe. Es gehe um rund 55 000 Euro.
Den Dokumenten zufolge habe die AfD die Spende einer Firma aus Florida in Höhe von 13 500 Dollar nicht korrekt im Rechenschaftsbericht angegeben. In einem anderen Fall habe sie eine Zuwendung in Höhe von 11 900 Euro verschwiegen, mit der eine Parteiveranstaltung in Krefeld finanziert worden sei. In einem Schreiben des Spenders heiße es, der Betrag sei wunschgemäß „gestückelt“ worden. Bei einer Wahlkampfspende in Höhe von 9999 Euro, die über das Konto einer Münchner Treuhandfirma überwiesen worden sei, könnte es sich um eine unzulässige „Strohmann-Spende“ handeln.
Hinzu kommt doppelter Ärger aus Baden-Württemberg. Am Freitag erklärten zwei Landtagsabgeordnete der AfD den Austritt aus Fraktion und Partei. Zur Begründung sagten sie, sie könnten in der Partei ihre „liberal-konservativen Werte nicht mehr verfolgen“. Einer ihrer Kollegen strebt derweil nach oben: Wolfgang Gedeon. Er hat seine Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt, obwohl gegen ihn ein Parteiausschlussverfahren läuft. Gedeon hat antisemitische Schriften verfasst, in denen er das Judentum als „inneren“ Feind des christlichen Abendlandes bezeichnet.
Als Kandidaten mit den besten Siegchancen gelten der aktuelle Parteichef Jörg Meuthen und der Sachse Tino Chrupalla. Er ist der Wunschkandidat des aktuellen Co-Vorsitzenden Alexander Gauland, wird aber vom Bundestagsabgeordneten Gottfried Curio herausgefordert. Er gilt, wie Gedeon, als besonders rechts. Gauland hat darum angekündigt, doch noch mal für das Spitzenamt anzutreten, sollte Chrupalla scheitern. Eigentlich will sich der 78-Jährige aus der Parteispitze zurückziehen. dpa/mmä