Macron: „Russland ist nicht unser Feind“

von Redaktion

Paris – Kurz vor dem Jubiläumsgipfel der Nato in London spitzen sich die Spannungen zwischen Bündnispartnern weiter zu. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warf am Freitag dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vor, eine „kranke Ideologie“ zu verfolgen, weil dieser die Nato als hirntot bezeichnet hatte. „Lassen Sie erstmal Ihren Hirntod überprüfen“, forderte Erdogan in Richtung Macron. Frankreich kündigte daraufhin an, den türkischen Botschafter in Paris zu einem Gespräch ins Außenministerium einzubestellen. „Das ist keine Aussage, das sind Beleidigungen“, hieß es aus dem Élyséepalast.

Fünf Tage vor dem Nato-Gipfel plädierte Macron für eine enge Abstimmung der Militärallianz mit Russland. „Ist Russland unser Feind? Ich glaube es nicht“, sagte Macron. Er rief die europäischen Nato-Länder auf, sich an Verhandlungen mit Russland und den USA über einen neuen nuklearen Abrüstungsvertrag zu beteiligen. „Es geht um die Sicherheit Europas“, betonte er. Macron warb für eine „neue Architektur des Vertrauens und der Sicherheit in Europa“.

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