Jeremy Corbyn

von Redaktion

„Oh, Jeremy Corbyn!“ – Noch vor zwei Jahren schallte dem Oppositionsführer von der Labour-Partei sein Name zehntausendfach entgegen beim Glastonbury-Festival, einer Art Woodstock im Südwesten Englands. Corbyn wurde gefeiert wie ein Rockstar. Bei der Parlamentswahl hatte er den Konservativen mehr als zwei Dutzend Mandate abgejagt. Inzwischen ist die Corbyn-Begeisterung weitgehend verflogen. Labour fiel in den Umfragewerten wieder zurück. Manche vermuten, dass es an der unklaren Haltung Corbyns zum Brexit liegt. Beim Referendum über den EU-Austritt 2016 hat sich der 70 Jahre alte Altlinke für den Verbleib ausgesprochen, aber nur zaghaft für seine Position geworben. Corbyn galt schon immer als Europaskeptiker. Doch er ist auch wegen anhaltender Antisemitismusvorwürfe gegen seine Partei und ihn selbst immer wieder in der Kritik. Wichtiger als der Brexit sind ihm ohnehin soziale Themen wie die Wohnungsnot, der schlechte Zustand des Gesundheitssystems und die Bildung. Vielen ist er zu radikal. Doch hart ist Corbyn auch zu sich selbst. Er soll sich vegetarisch und fast zuckerfrei ernähren, nicht rauchen und keinen Alkohol trinken.

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