Steuergewerkschaft: Am Ende wird auch der ETF-Kunde zahlen müssen

von Redaktion

Thomas Eigenthaler ist Chef der Deutschen Steuergewerkschaft. Was hält er von der Finanztransaktionssteuer?

Würden die aktienscheuen Deutschen durch die Steuer noch mehr abgeschreckt?

Der Steuersatz von 0,2 Prozent, der zudem nur für große Unternehmen gelten soll, wirft niemanden um. Das sind Leute, die Geld haben, die spekulieren – und die müssen sich an den Kosten des Staates beteiligen. Über diese Steuer wird seit der Finanzkrise, also seit 2011 diskutiert – jetzt haben wir bald 2020. Pessimisten würden sagen: Vielleicht diskutieren wir noch zehn Jahre. Optimisten würden sagen: Das geht jetzt mit dem Plan von Olaf Scholz durch. Aber wer weiß, wie lange er noch Bundesfinanzminister ist…

Was bedeuten die Pläne für Indexfonds, sogenannte ETF, in die ja immer mehr Kleinsparer Geld investieren?

Man muss da erst den endgültigen Gesetzentwurf abwarten. Es wird sicher noch viele Diskussionen und Gegenvorschläge geben. Aber klar ist: Am Ende wird der Kunde bezahlen müssen, auch bei Anlageprodukten wie ETF – entweder wird die Steuer weitergegeben. Oder es wird in die Gebühren eingerechnet werden.

Trifft die Steuer auch Kleinanleger?

Ich gehe davon aus, dass diejenigen, die häufig kaufen und verkaufen, Ziele dieses Gesetzes sind. Das bloße Halten von Aktien etwa für die Altersvorsorge wäre da nicht betroffen. Aber um das abschließend beurteilen zu können, muss man den Gesetzentwurf im Detail ansehen.

Interview: Klaus Rimpel

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