Edinburgh/Belfast – Nach ihrem starken Abschneiden bei der Parlamentswahl strebt die proeuropäische Schottische Nationalpartei (SNP) ein neues Unabhängigkeitsreferendum an. Das bekräftigte die Parteivorsitzende Nicola Sturgeon. Premierminister und Brexit-Befürworter Boris Johnson hatte die Wahl haushoch gewonnen. Seine Konservativen ziehen mit einer satten absoluten Mehrheit ins Unterhaus. „Boris Johnson hat erstens kein Recht, Schottland aus der EU zu nehmen und zweitens kein Recht zu verhindern, dass das schottische Volk über seine eigene Zukunft bestimmt“, sagte die Regierungschefin Schottlands.
Die SPD-Europapolitikerin Katarina Barley äußerte sich besorgt über solche Abspaltungstendenzen. „Mir macht große Sorgen, dass ein Auseinanderbrechen des Vereinigten Königreiches bevorstehen könnte“, sagte die Vizepräsidentin des EU-Parlaments.
In der britischen Provinz Nordirland sind erstmals mehr Nationalisten als Unionisten in das Parlament in London gewählt worden. Nationalisten wie die Parteien Sinn Fein und SDLP sind für eine Vereinigung mit dem EU-Staat Irland, Unionisten wie die DUP für einen Verbleib im Vereinigten Königreich.