Le Pen profitiert vom Ausnahmezustand

von Redaktion

Paris – Gesperrte Metro-Linien und fast leere Bahnhöfe. Ein Ende des Streiks gegen die Rentenreform ist in Frankreich nicht in Sicht. Auch gestern fuhr landesweit nur jeder vierte TGV-Hochgeschwindigkeitszug. In Paris, das von den Behinderungen am stärksten betroffen war, fuhren von den 16 Metro-Bahnen nur die beiden automatisierten Linien 1 und 14. Völlig lahmgelegt war die S-Bahn RER A, die mit 1,2 Millionen Fahrgästen täglich zu den frequentiertesten zählt.

Während sich die Franzosen besorgt fragen, ob der Streik über Weihnachten andauern wird, verhärten sich die Fronten. Ein Gewerkschaftsführer erklärte, es werde „keine Waffenruhe“ geben. Der Ausnahmezustand legt das Land lahm, aber er hat auch Gewinner. Denn er spielt Marine Le Pen in die Karten, die von neuen Wählergruppen außerhalb ihrer rechten Stammwählerschaft träumt. Die Politikerin will alle Unzufriedenen einsammeln – also zum Beispiel auch frustrierte Pendler. Aktuell fordert sie eine Volksabstimmung zur Rentenreform. mm

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