PRESSESTIMMEN
„Der Erdrutschsieg der Konservativen unter Johnsons Führung hat viele Väter. Zu seinen tieferen Ursachen gehören das EU-Referendum vor drei Jahren und ein starkes Gefühl des Verrats unter jenen Wählern in den Midlands und im Norden Englands, die für den EU-Austritt gestimmt hatten und nun meinten, ihre demokratische Entscheidung sei nicht umgesetzt worden. Einfacher gemacht wurde der Sieg durch Labour mit einem beispiellos unbeliebten Vorsitzenden.“
„Mit seiner komfortablen Mehrheit im Unterhaus hätte Johnson den Spielraum, um die hartgesottenen Brexit-Fans in seiner Partei zu verärgern, indem er eine weichere Variante anstrebt und dafür sein Land nicht noch weiter auseinanderdriften lässt. Wahrscheinlicher ist, dass er sich berufen fühlt, den Brexit auf die harte Tour durchzuziehen.“
„Für diejenigen, die von dieser Seite des Ärmelkanals aus vier Jahre britisches politisches Psychodrama mitgemacht haben, stellt der Wahlsieg Boris Johnsons das kleinere Übel dar. Ein Übel, denn wer immer sich vormachte, den Brexit verhindern zu können, muss sich jetzt mit der vollendeten Tatsache von Ende Januar abfinden.“