Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz tritt zum 1. März in Kraft. Der Münchner Bauunternehmer und Obermeister der Bauinnung, Reinhard Lachner, erklärt, warum es dringend notwendig ist.
Wie viele Migranten arbeiten in Ihrer Firma?
Von unseren gewerblichen Mitarbeitern sind zwei Deutsche, acht kommen aus aller Welt. Der Auszubildende kommt aus Westafrika und kam als Flüchtling nach Deutschland.
Wie steht es da mit der Sprache?
Bei ihm ist die Sprache noch ein Problem, da er die Prüfungen auf Deutsch schreiben muss. Beim Praktischen gehört er zu den Besten seines Jahrgangs. Generell gilt bei uns: Am Bau wird Deutsch gesprochen. Jeder sollte die Bezeichnungen für Werkzeuge und Material kennen – aber grammatikalisch korrekt muss man nicht reden können.
Gibt’s überhaupt junge Deutsche, die sich für eine Ausbildung bei Ihnen bewerben?
Kaum. Die Bewerber können sich aussuchen, wo sie hingehen, und bei den Jungen ist derzeit Autoschmiere halt beliebter als der Bau, obwohl wir überdurchschnittliche Auszubildendenvergütung bieten. Es ist noch schwieriger geworden als früher, gute Leute zu finden. Wir haben viele Mitarbeiter, die ins Rentenalter kommen, und gleichzeitig finden wir kaum Nachwuchs.
Was halten Sie vom Fachkräftezuwanderungsgesetz?
Das brauchen wir schon längst! Zudem sollten engagierte Flüchtlinge ein Bleiberecht bekommen, wenn sie eine Ausbildung machen oder eine Stelle haben. Die nehmen keinen Einheimischen den Platz weg. Die CSU-Staatsregierung hat hier noch nicht erkannt, was los ist. Die Guten, die wir brauchen könnten, werden abgeschoben – und die Schlechten lassen’s da. Während des Bosnien-Kriegs haben wir einen sehr guten Mitarbeiter bekommen – doch der musste dann wieder ausreisen. Interview: Klaus Rimpel