München – Reibung erzeugt bekanntlich Energie. Und dem Vernehmen nach müsste zwischen den beiden Freie-Wähler-Ministern Hubert Aiwanger (Wirtschaft) und Thorsten Glauber (Umwelt) so eine ganze Menge Power entstehen. Das trifft sich gut, denn die Energiefrage wird eines der Hauptthemen sein, wenn sich die Fraktion der Freien Wähler ab Dienstag in Schwandorf in der Oberpfalz in Klausur begibt.
Es ist nicht zuletzt die Aufgabe von Florian Streibl, auf die beiden recht wesensunterschiedlichen Minister einzuwirken. „Als Fraktionschef spielt man immer eine ausgleichende Rolle – sowohl zwischen den Ministern, als auch zwischen Fraktionen und Staatsregierung“, sagt Streibl vor der Klausur, bei der die Energiepolitik im Mittelpunkt steht. Es gehe darum, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bekommen, sagt Streibl. „Wir versuchen, auf die beiden Minister positiv einzuwirken.“
Die Freien Wähler, schon immer Anwälte des ländlichen Raums, wollen eine möglichst dezentrale Energiewende, weg von Atom und Kohle. Das geht oft im Kleinen, weshalb ein Besuch der MicrobEnergy GmbH in Schwandorf ansteht, wo sich die Politiker über Power-to-Gas-Anwendungen zur besseren Speicherung erneuerbarer Energien informieren wollen. „Wir bekommen den Klimaschutz nur hin, wenn wir die Energiewende schaffen“, sagt Streibl.
Sein diplomatisches Geschick wird auch beim prominentesten Gast der Klausur gefragt sein: Meghan Gregonis, US-Generalkonsulin in Bayern. Anlass des Besuches ist ein regionaler – die Zukunft von Grafenwöhr, wo die US-Armee 11 000 Soldaten stationiert hat. Doch natürlich geht es auch um größere Entwicklungen, schließlich sind die USA ein wichtiger Exportmarkt für die bayerische Wirtschaft. Streibl: „Man merkt schon, dass Regierungsverantwortung etwas anderes ist als Opposition. Man muss größere Zusammenhänge im Auge haben.“ mik