Paris – In Frankreich zeichnet sich nach mehr als sechs Wochen Dauerstreiks ein Ende der massiven Behinderungen im Pariser Nahverkehr ab. Es bestehe die Chance, dass es heute wieder aufwärts gehe, sagte Gewerkschaftsfunktionär Laurent Djebali der Zeitung „Le Parisien“. Die Streiks und Proteste gegen die Rentenreform lähmen das Land bereits seit Anfang Dezember. Auch am Wochenende gab es wieder Proteste gegen das geplante Projekt – Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekam die Wut höchstpersönlich zu spüren.
Die Situation im Pariser Nahverkehr und im Bahnverkehr hatte sich bereits in der vergangenen Woche spürbar verbessert. Die Metros zahlreicher Linien fuhren auch wieder tagsüber – allerdings in geringerer Taktung als normal. Die bei den Pariser Verkehrsbetrieben bedeutende Gewerkschaft Unsa hatte bei einer Versammlung beschlossen, die Streiks ab heute auszusetzen. Viele Mitarbeiter müssten jetzt erst mal „ihre Batterien aufladen“ und eine „Verschnaufpause“ einlegen, so Djebali von Unsa-RATP. Die Entscheidung dürfte auch finanzielle Gründe haben. Viele Gewerkschaften haben keine Streikkassen.
Für Aufsehen sorgte ein Vorfall, der sich am Freitagabend im Norden von Paris an einem Theater ereignet hat. Dutzende Demonstranten versuchten, den Saal zu stürmen – dort sah sich Präsident Macron gerade eine Vorstellung an. Macron musste den Theatersaal für kurze Zeit verlassen, konnte sich die Vorstellung dann aber zu Ende anschauen.