Der Bundestag soll künftig kleiner werden, aber muss dafür auch die Zahl der Wahlkreise schrumpfen? CDU und CSU sind sich in dieser Frage uneins – die Opposition hat indes sehr klare Vorstellungen: FDP, Linke und Grüne wollen die Zahl der Wahlkreise von aktuell 299 auf 250 reduzieren. Vergangenes Jahr hatte allerdings schon Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) keine Mehrheit für seinen Vorschlag bekommen, die Zahl der Wahlkreise auf 270 zu verringern und bis zu 15 Überhangmandate nicht durch Ausgleichsmandate zu kompensieren. Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Wahlkreise direkt gewinnt, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis an Sitzen zusteht. Damit trotzdem alle Parteien im Verhältnis ihrer Zweitstimmen im Parlament vertreten sind, erhalten andere Parteien Ausgleichsmandate. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch forderte, die Union dürfe nicht weiter verzögern, sondern müsse „endlich etwas Konkretes vorlegen.“ Stefan Ruppert, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion, betonte, durch die Reform dürfe sich keine Partei einen Vorteil erhoffen. Die AfD sprach mit Blick auf die kolportierten CDU-Überlegungen von Aktionismus. Die SPD hält eine baldige Einigung für möglich. Der Parlamentarische Geschäftsführer Carsten Schneider sagte, neben einer Verkleinerung sei das Ziel ein „paritätisch besetzter Bundestag“.