Grüne: Nicht in Erdgas-Falle tappen

von Redaktion

Ökopartei fordert neben Kohleausstieg auch die „Gaswende“

Berlin – Die Grünen im Bundestag fordern, neben dem Kohleausstieg auch den Ausstieg aus Erdgas voranzubringen. „Der lange überfällige Kohleausstieg darf nicht dazu führen, dass wir als nächstes in die Erdgas-Falle tappen“, sagte die energiepolitische Sprecherin der Fraktion, Julia Verlinden. Um Klima- und Umweltschutz gerecht zu werden, müsse man die „Gaswende“ einleiten und fossiles Erdgas so schnell wie möglich durch „grüne Gase“ ersetzen. Das kann etwa aus Biomasse oder aus Wasser mithilfe von Strom gewonnen werden.

„Zum Beispiel muss die Regierung jetzt die Weichen für klimagerechte Gebäude stellen“, sagte Verlinden. Dem Energieverband BDEW zufolge wird knapp die Hälfte der Wohnungen in Deutschland mit Erdgas beheizt. „Der Umbau unserer Gasversorgung bedeutet auch, dass Technologien und Infrastrukturen, die ausschließlich auf fossiles Erdgas ausgerichtet sind, nicht länger subventioniert werden dürfen“, forderte sie. Im Zuge des Kohleausstiegs setzt die Bundesregierung darauf, dass mehr Strom aus Erdgas gewonnen wird.

Im Auftrag der Bundestags-Grünen hat die Agentur für Erneuerbare Energien mehrere Klimaschutz-Szenarien daraufhin untersucht, was sie für den Gasbedarf bedeuten. „Auch in Zukunft werden gasförmige Energieträger gebraucht“, heißt es darin. „Dabei werden Wasserstoff und synthetisches Methan das fossile Erdgas nach und nach ersetzen.“ Den stärksten Rückgang beim Gasbedarf werde es im Wärmebereich geben: „Klassische Gasheizungen in Gebäuden werden in drei von vier der hier untersuchten Szenarien so gut wie nicht mehr gebraucht“. Sie würden abgelöst durch Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasse sowie Nah- und Fernwärme.

Unklar sei, ob der verbleibende Gasbedarf durch Wasserstoff gedeckt werde, oder ob dieser größtenteils zu Methan weiterveredelt werde.

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