Rom – Unmittelbar vor zwei wichtigen Regionalwahlen in Italien zieht sich der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, aus der Spitze der Partei zurück. Der Abtritt vom Mittwoch verschärft die Probleme in der Regierungskoalition mit den Sozialdemokraten. Das Bündnis ist in vielen Fragen seit Monaten zerstritten und fährt bei Umfragen schlechte Werte ein.
Es wird erwartet, dass Di Maio (33) weiter Außenminister in der Regierung des parteilosen Giuseppe Conte bleibt. Di Maio kündigte seinen Rückzug am Abend in einer Rede vor Parteimitgliedern im Hadrianeum an. Er übergebe sein Amt an Vize-Innenminister Vito Crimi.
In seiner Ansprache gab sich der Politiker allerdings kämpferisch. Er werde in Politik und Partei aktiv bleiben, sagte der Außenminister. „Wir haben noch einen langen Weg vor uns in der Regierung und in der Bewegung.“ Mit Blick auf internationale Krisen und politische Baustellen zu Hause betonte er, seine Partei brauche Zeit zur Umsetzung der Ziele. Zugleich erinnerte er die Mitglieder daran, dass es Unterschiede zwischen einer Bewegung in der Opposition und der Rolle als Regierungspartei gebe. Nötig seien „Mut und Zuversicht“.
Di Maio war seit 2017 an der Spitze der populistischen Bewegung. Sie hatte bei der letzten Parlamentswahl mehr als 32 Prozent eingefahren, befindet sich jedoch seitdem im Sinkflug. In der Allianz mit den Sozialdemokraten ist sie die stärkere Kraft, bei der Europawahl 2019 kamen die Sterne aber nur noch auf 17 Prozent, bei einigen Regionalwahlen sogar auf unter 10 Prozent. In Umfragen liegen sie um 15 Prozent.