WIE ICH ES SEHE

Auf in die Landwirtschaft von morgen

von Redaktion

An diesem Wochenende geht in Berlin die traditionsreiche Grüne Woche zu Ende. Wer genauer hingeschaut hat, konnte erkennen, wie sehr die Kritik an der „industriellen“ Landwirtschaft aus der Zeit gefallen ist. In Wahrheit bewegen wir uns in eine Landwirtschaft, die besser sein wird als die von gestern, dank der ressourcenschonenden Digitalisierung in Verbindung mit moderner Gentechnik.

Wo grüne Nostalgiker eine Landwirtschaft ohne Chemie fordern, hat die Landtechnik schon längst intelligente Düngesysteme entwickelt. Die düngen nur dort, wo tatsächlich Nährstoffe fehlen. Smarte Roboter spritzen Pestizide ganz gezielt, nicht flächendeckend wie heute. Roboter gibt es, die Unkräuter erkennen und ausrupfen. Sie könnten eines Tages Herbizide überflüssig machen.

Das Entscheidende aber wird sein, dass die Landwirtschaft neue, bessere Pflanzen entwickelt. Züchter und Forscher arbeiten schon an pilzresistentem Weizen. Sie haben Mais entwickelt, der ohne Krankheiten wächst und es gibt schädlingsresistenten Raps. Die Züchtung solcher Pflanzen ist möglich durch moderne Gentechnik. Sie basiert auf der Erfindung der Genschere und ermöglicht kleine, sehr präzise Veränderungen am Erbgut. Das ist die Steigerung der schon seit der Steinzeit betriebenen verbessernden Pflanzenzucht. Der Tag wird kommen, wo konventionelle Bauern ressourcen- und umweltschonender arbeiten werden als die sogenannten Biobauern. Denn die setzen schädliche Schwermetalle wie Kupfersalze zum Pflanzenschutz ein.

Weltweit ist die Landwirtschaft auf dem Weg, ökologischer, nachhaltiger und umweltschonender zu werden. Die totale Rückwärtsgewandtheit und Fortschrittsfeindlichkeit deutscher grüner Politik führt aber dazu, gerade solche Entwicklungen zu verhindern. Grüne Gentechnik ist bei uns verboten. Auch die sehr viel milderen Eingriffe durch die Genschere mit präzisen Veränderungen am Erbgut sind in Deutschland verpönt. Unsere Parteien, auch Teile der Bauernverbände, tragen das mit. Die rückwärtsgewandte deutsche Agrarpolitik hat schon dazu geführt, dass die Chemie-Industrie hierzulande weniger investiert in die Entwicklung besserer, schonenderer Pflanzenschutzmittel gegen resistentes Unkraut. In einem Land, das nicht mehr an den wissenschaftlichen Fortschritt glaubt und ihn nicht nutzen mag, lohnt sich Forschung kaum noch.

Die Bauern sind es leid, als angeblich Schuldige dieser Fehlentwicklung am Pranger zu stehen. Der Unsinn darf auch nicht weitergehen, die Gülle aus der Tierhaltung zu verteufeln. Sie gehört zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und spart Kunstdünger. Endlose Verordnungen zwingen die Bauern in die Schreibstuben statt auf ihre Felder und in die Ställe. Wohin will man eigentlich diese zuverlässigen Wähler treiben, die sich jetzt auf Trecker-Demonstrationen Luft verschaffen?

Es wird höchste Zeit, dass die Politik statt der ewigen Verbote eine auf die Zukunft gerichtete Landwirtschaft zulässt. Im Gefolge des technologischen Fortschrittes kann sie sehr viel ökologischer sein, einfach der Zeit entsprechend. Denn anders, als heute vielfach geglaubt wird, hat der technologische Fortschritt schon auf vielen Gebieten dazu geführt, dass weltweit weniger Ressourcen wie z.B. Rohstoffe verbraucht werden. Die Thesen des Club of Rome sind einfach überholt.

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VON DIRK IPPEN

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