Washington – Die Anklage-Vertreter im Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump haben den Senat noch einmal eindringlich aufgerufen, den US-Präsidenten wegen Machtmissbrauchs zur Verantwortung zu ziehen. Jason Crow, demokratischer Kongressabgeordneter aus dem Ankläger-Team, appellierte gestern bei den Abschlussplädoyers an die Senatoren: „Sie haben eine Pflicht zu erfüllen. Ihre Pflicht ist es, Präsident Trump zu verurteilen.“
Dies sei kein leichter Schritt, doch die US-Verfassung sehe nicht ohne Grund die Möglichkeit zur Amtsenthebung des Präsidenten vor, mahnte Crow. „In Amerika steht niemand über dem Gesetz.“ Die Anklage habe bewiesen, dass Trump sein Amt missbraucht habe, um die nächste Wahl zu seinem eigenen Vorteil zu beeinflussen.
Die Entscheidung über die beiden Anklagepunkte liegt beim Senat, der bei einem Amtsenthebungsverfahren die Rolle eines Gerichts einnimmt. Die Kammer soll am morgigen Mittwoch über die Anklagepunkte abstimmen und so ihr abschließendes Urteil in dem Fall fällen. Trumps Republikaner haben dort die Mehrheit.
Unterdessen hat in dem kleinen Bundesstaat Iowa im Mittleren Westen der USA in der Nacht die erste Vorwahl im US-Präsidentschaftsrennen begonnen. Bei Parteiversammlungen, verteilt über den ganzen Staat, stimmen Demokraten und Republikaner darüber ab, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten.
Das Prozedere bei diesen „Caucus“-Treffen ist kompliziert und unterscheidet sich deutlich von Abstimmungen per Wahlzettel. Ergebnisse werden erst am heutigen Vormittag erwartet.