London – Verurteilte Terroristen sollen künftig nicht automatisch vorzeitig aus britischen Gefängnissen entlassen werden. Seine Geduld sei am Ende, sagte Premierminister Boris Johnson am Montag, einen Tag nach der Terrorattacke im Süden Londons. „Es ist an der Zeit zu handeln.“ Die Regierung werde neue Gesetze vorlegen. Es sei Experten zufolge sehr schwierig, Terroristen zu deradikalisieren. Geklärt werden müsse vor allem, wie die neuen Gesetze rückwirkend auf Terroristen angewendet werden könnten, die schon im Gefängnis sitzen.
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Stichwaffenattacke für sich. Der Täter (ein vorzeitig aus der Haft entlassener Brite) sei ein IS-Kämpfer gewesen und Aufrufen zu Angriffen gefolgt, hieß es in einer über das Internet verbreiteten Nachricht des IS-Sprachrohrs Amak. Bei der Terrorattacke im Süden Londons waren drei Menschen verletzt worden; die Polizei erschoss den Täter. Sudesh Amman war 2018 zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt worden, hatte aber nur die Hälfte verbüßt.