Karlsruhe – Bei einer Razzia gegen eine als rechtsterroristisch eingestufte Gruppe in sechs Bundesländern, darunter Bayern, hat die Bundesanwaltschaft am Freitag zwölf Männer vorläufig festnehmen lassen. Es handelt sich um vier mutmaßliche Mitglieder und acht mutmaßliche Unterstützer, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Die Zelle wollte demnach offenbar durch Attentate auf Politiker, Asylsuchende und Muslime „bürgerkriegsähnliche Zustände“ in Deutschland herbeiführen.
Die zwölf deutschen Festgenommenen sollen dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Die Razzia fand an insgesamt 13 Orten in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt statt, darunter laut BR auch in München, im Landkreis Augsburg und im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm.
Die vier mutmaßlichen Gruppenmitglieder sollen sich im September 2019 mit einem weiteren Beschuldigten zu der rechtsterroristischen Vereinigung zusammengeschlossen haben. Ziel der Gruppierung soll es laut Ermittlern gewesen sein, die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik zu erschüttern und zu überwinden. Für die Anschläge habe es noch keine konkreten Pläne gegeben. Die Beschuldigten sollen sich mehrfach persönlich getroffen haben.
Die weiteren acht Festgenommenen sollen zugesagt haben, die Gruppierung finanziell zu unterstützen, Waffen zu beschaffen oder an zukünftigen Anschlägen mitzuwirken.
Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) wertete die Festnahmen als Beleg, „dass es in unserem Land eine sehr besorgniserregende rechtsextremistische und rechtsterroristische Bedrohung gibt“.